Nordrhein-Westfalen stärkt die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum – Hausarztaktionsprogramm 2026 neu ausgerichtet

Nordrhein-Westfalen stärkt die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum – Hausarztaktionsprogramm 2026 neu ausgerichtet

Mit der strategischen Weiterentwicklung des Hausarztaktionsprogramms (HAP) setzt Nordrhein-Westfalen 2026 ein deutliches Zeichen für die nachhaltige Transformation der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Das Fördervolumen wird auf 3,5 Millionen Euro erhöht – eine Steigerung um eine Million Euro im Vergleich zu den Vorjahren – und die Förderrichtlinie zugleich administrativ verschlankt und neu ausgerichtet.

Vor dem Hintergrund einer alternden Ärzteschaft – mehr als 50 Prozent der rund 11.000 Hausärztinnen und Hausärzte in NRW sind über 55 Jahre alt – gewinnt die frühzeitige strukturelle Weiterentwicklung regionaler Gesundheitsökosysteme zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, Versorgungssicherheit nicht nur kurzfristig zu stabilisieren, sondern langfristig resiliente und kooperative Versorgungsmodelle zu etablieren.

Förderstruktur und strategische Ausrichtung

Ab 2026 richtet sich das Programm gezielt an Kommunen mit weniger als 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, in denen mittel- oder langfristig eine Gefährdung der hausärztlichen Versorgung absehbar ist.

Die Förderung erfolgt pauschal, die Antragstellung vollständig digital. Durch diese Vereinfachung werden administrative Hürden reduziert und die Umsetzung strukturbildender Maßnahmen beschleunigt.

Antragsberechtigt sind unter anderem niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Kommunen sowie weitere Akteure, die zur Sicherung und Weiterentwicklung der Primärversorgung beitragen.

Förderfähige Maßnahmen mit Innovationspotenzial

Gefördert werden insbesondere:

  • Übernahme oder Neugründung von Hausarztpraxen,

  • Einrichtung von Lehrpraxen zur frühzeitigen Integration des medizinischen Nachwuchses,

  • Gründung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), auch in kommunaler Trägerschaft,

  • Qualifizierungsmaßnahmen für Ärztinnen und Ärzte mit bisheriger Krankenhaustätigkeit,

  • Zusatzqualifikationen für medizinische Fachangestellte.

 

Mit der Förderung kooperativer Praxisformen und interdisziplinärer Versorgungsstrukturen unterstützt das Land nicht nur die Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung, sondern fördert zugleich innovative Organisationsmodelle im regionalen Gesundheitssystem. Für Gesundheitsregionen eröffnet sich damit die Chance, nachhaltige, patientenzentrierte und zukunftsfähige Versorgungsstrukturen zu entwickeln.

Das HAP ist Teil einer umfassenden Landesstrategie, die unter anderem die Landarztquote sowie den Ausbau der Medizinstudienplätze umfasst. Ziel ist es, die hausärztliche Versorgung systemisch zu stabilisieren und attraktive Perspektiven für die nächste Generation von Ärztinnen und Ärzten zu schaffen.

Antragstellung und weitere Informationen

Die Antragstellung für das HAP ist über das Onlineportal möglich:

https://www.nordrhein-westfalen-foerdert.nrw/

Weitere Informationen zum HAP sind hier verfügbar:

https://www.mags.nrw/hausarztaktionsprogramm

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