Wie kann die Speisenversorgung in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern nachhaltiger gestaltet werden, ohne Qualität, Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz aus dem Blick zu verlieren?
Mit dieser Frage haben wir uns beim 5. Forum Nachhaltigkeit in Pflege und Gesundheit im Franziskusheim beschäftigt.
Unter dem Titel „Zukunft auf dem Teller“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Pflege, Gesundheitswesen und Wirtschaft zusammen, um über konkrete Möglichkeiten für den Arbeitsalltag zu sprechen.
Nach der Begrüßung durch Ralf Schimweg von MA&T Sell & Partner GmbH und Christian Schimmelpfennig, Geschäftsführer der Franziskusheim gGmbH, ging es zunächst um die Beschaffung. Christian Schmereim von der Meerx Connect GmbH erläuterte, wie bereits beim Einkauf Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt werden können. Transparente Beschaffungsprozesse und Informationen zu den Nachhaltigkeitsmerkmalen einzelner Produkte schaffen dafür eine wichtige Grundlage und können bereits in die Speiseplanung einfließen.
Weniger Lebensmittelabfälle durch systematische Auswertung
Martin Pyka, Fachbereichsleiter Verpflegung der Franziskusheim gGmbH, berichtete anschließend aus der Praxis seiner Einrichtung.
Ein wichtiger Punkt ist dort der Umgang mit Lebensmittelabfällen. Durch konsequentes Messen, Auswerten und die anschließende Anpassung der Abläufe konnte die Franziskusheim gGmbH ihre Lebensmittelabfälle deutlich reduzieren. Erst wenn bekannt ist, wo und in welchen Mengen Lebensmittel übrig bleiben, können Prozesse gezielt verändert werden.
Weitere Stellschrauben sind die regionale Beschaffung, ein reduzierter Fleischanteil sowie angepasste Produktions- und Planungsprozesse. Auch die Mitarbeitenden sind dabei ein wichtiger Teil des Prozesses, denn viele Veränderungen müssen im täglichen Arbeitsablauf umgesetzt werden.
KI zur Analyse von Speiseabfällen
Kai Nattkamp von der Procuratio GmbH stellte eine KI-basierte Analyse von Speiseabfällen vor. Lebensmittelreste können damit systematisch erfasst und ausgewertet werden. Die Daten helfen dabei, Muster zu erkennen und genauer zu prüfen, an welchen Stellen sich Mengen, Planung oder Abläufe anpassen lassen.
In der anschließenden Diskussion ging es deshalb auch um die Frage, wie Daten und digitale Lösungen sinnvoll in bestehende Prozesse eingebunden werden können. Technik kann Informationen liefern – die konkreten Veränderungen entstehen jedoch in Einkauf, Planung, Küche und im täglichen Arbeitsablauf.
Unser 5. Forum Nachhaltigkeit in Pflege und Gesundheit brachte unterschiedliche Perspektiven aus Pflege, Gesundheitswesen und Wirtschaft zusammen. Die Beiträge reichten von Beschaffung und Speiseplanung über die Reduzierung von Lebensmittelabfällen bis hin zum Einsatz digitaler und KI-gestützter Anwendungen.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Teilnehmenden, die mit ihren Erfahrungen, Fragen und Perspektiven zu dem offenen und praxisnahen Austausch beigetragen haben. Besonders bedanken wir uns bei der Franziskusheim gGmbH für die Einladung, die Gastfreundschaft und die Einblicke in die eigene Praxis.
Wir freuen uns darauf, den Austausch gemeinsam fortzuführen und auch künftig voneinander zu lernen und an praxistauglichen Lösungen für mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen zu arbeiten.
Care for Sustainable Innovation ist ein Projekt der Partner: Region Aachen Zweckverband (RAZV), Stadt Aachen, StädteRegion Aachen, WFG für den Kreis Heinsberg mbH, Uniklinik RWTH Aachen, RWTH Aachen University, digitalHUB Aachen e.V., MA&T Sell & Partner GmbH, MedLife e.V. und AGIT MBH.
Das Projekt wird realisiert mit finanzieller Unterstützung des Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW und der Europäischen Union (EFRE/JTF).
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Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen University, Wirtschaftsförderung Aachen