„Region Aachen rettet“ wächst weiter: Mit Tizian Laut wurde jetzt der 10.000. registrierte Ersthelfer begrüßt. Hinter diesem Meilenstein stehen Tausende engagierte Menschen, die im Ernstfall wertvolle Minuten überbrücken und noch vor dem Rettungsdienst mit der Wiederbelebung beginnen können.
„Auch wenn es während der Situation sehr belastend und anstrengend war, war es im Nachhinein ein sehr schönes Gefühl, jemandem das Leben gerettet zu haben“, berichtet Tizian Laut. Der 10.000. Ersthelfer der Initiative ist erst seit zwei Monaten registriert und wurde in dieser kurzen Zeit bereits zu zwei Einsätzen alarmiert.
Sein Weg zum Ersthelfer begann bei einem Fußballspiel. Als in seiner Nähe ein Mensch zusammenbrach, wusste Laut zunächst nicht, wie er reagieren sollte. Nach einem Erste-Hilfe-Kurs bei der Arbeit lud er sich deshalb die corhelper-App herunter. Nur zwei Tage später folgte sein erster Einsatz, bei dem er einen Menschen erfolgreich reanimierte.
Digitale Vernetzung verkürzt die Zeit bis zur ersten Hilfe
Über die corhelper-App werden geschulte Ersthelferinnen und Ersthelfer bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zeitgleich mit dem Rettungsdienst alarmiert. Durch ihre Nähe zum Einsatzort können sie häufig schon innerhalb weniger Minuten mit der Wiederbelebung beginnen.
„Wir schaffen es durch unser großes Netzwerk, bereits fünf Minuten nach Eintritt eines Herz-Kreislauf-Stillstands vor Ort zu sein, bevor der Rettungsdienst nach acht bis neun Minuten eintrifft. Das ist wertvolle Zeit, denn im Notfall zählt jede Sekunde“, erklärt Simon Schröder vom Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz der StädteRegion Aachen.
Allein in der StädteRegion Aachen sind inzwischen rund 1.800 Ersthelfende registriert. Gemeinsam waren sie bereits bei insgesamt 2.200 Einsätzen vor Ort. Getragen wird Region Aachen rettet von der Stadt Aachen, der StädteRegion Aachen sowie den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg.
Das gemeinsame Ziel ist klar: Menschen in der gesamten Region bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand möglichst schnell zu erreichen und die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wirksam zu überbrücken.
AEDs als wichtiger Teil der Rettungskette
Parallel zur Zahl der Ersthelfenden wird das Netz öffentlich zugänglicher Automatisierter Externer Defibrillatoren – kurz AEDs – kontinuierlich ausgebaut. In der StädteRegion Aachen stehen derzeit 60 Geräte rund um die Uhr zur Verfügung. Einer dieser AEDs befindet sich beispielsweise vor dem Haus der StädteRegion an der Zollernstraße 10 in Aachen.
AEDs können auch von medizinischen Laien eingesetzt werden. Die Geräte analysieren den Herzrhythmus, geben klare Anweisungen und lösen nur dann einen Stromstoß aus, wenn dieser medizinisch notwendig ist. Dadurch können sie bei der Wiederbelebung helfen, einem lebensbedrohlichen Kammerflimmern entgegenzuwirken.
Bei einem Einsatz alarmiert die corhelper-App in der Regel zwei Personen, die direkt mit der Reanimation beginnen. Eine weitere Person wird zum nächstgelegenen AED geschickt und bringt das Gerät zur Einsatzstelle. Persönliches Engagement, digitale Vernetzung und regionale Rettungsstrukturen greifen dabei unmittelbar ineinander.
„Viel schlimmer ist es, nichts zu tun“
Mit seiner Geschichte möchte Tizian Laut anderen Menschen Mut machen, selbst aktiv zu werden und sich als Ersthelferin oder Ersthelfer zu registrieren.
„Leben retten ist ganz einfach. Man kann bei einem Notfall nicht viel falsch machen. Einfach drücken. Viel schlimmer ist es, nichts zu tun“, sagt Laut. Die App und die verfügbaren AEDs führen die Helfenden Schritt für Schritt durch die notwendigen Wiederbelebungsmaßnahmen.
Auch Iris Bornewasser vom Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz der StädteRegion Aachen ruft zur Teilnahme auf. Ziel ist es, mindestens ein Prozent der Bevölkerung als Ersthelferinnen und Ersthelfer zu gewinnen. Mit jeder weiteren Registrierung wächst die Chance, dass im Ernstfall schnell jemand in der Nähe ist.
Im Projekt Care for Sustainable Innovation beschäftigen wir uns mit Lösungen, die Gesundheitsversorgung regional vernetzen, bestehende Strukturen stärken und Menschen im Alltag konkret unterstützen. „Region Aachen rettet“ verbindet diese Ansätze in der Praxis: durch digitale Koordination, ein wachsendes Netz an Ersthelfenden und eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Kommunen und Rettungsdienste.
Unser Dank gilt allen registrierten Ersthelferinnen und Ersthelfern, den beteiligten Leitstellen und Rettungsdiensten sowie der Stadt Aachen, der StädteRegion Aachen und den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg.
10.000 Ersthelfende sind ein großer gemeinsamer Erfolg. Gleichzeitig bleibt der weitere Ausbau des Netzwerks entscheidend, damit im Ernstfall noch mehr Menschen schnell erreicht werden können.
Weitere Informationen zum „Region Aachen rettet“ und zur Registrierung in der corhelper-App gibt es unter:
https://regionaachenrettet.de/