Wie sichern wir die Fachkräfte von morgen im Gesundheitswesen? Welche Kompetenzen werden künftig gebraucht? Und welche Rolle spielen neue Aufgabenprofile, internationale Fachkräfte, gute Führung und innovative Ansätze für eine nachhaltige Versorgung?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich unsere Fachtagung „Starke Region, starke Fachkräfte: Zukunft der Gesundheitsberufe“, die am Mittwoch, 24. Juni 2026, im Innovationszentrum Digitale Medizin der Uniklinik RWTH Aachen stattfand. Akteur aus Gesundheitsversorgung, Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und regionalen Einrichtungen kamen zusammen, um über konkrete Wege zur Fachkräftesicherung in der Gesundheitswirtschaft zu sprechen – mit Blick auf die Region Aachen und ihre besonderen Potenziale.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Elke Breidenbach, Leiterin Gesundheitswirtschaft beim Region Aachen Zweckverband.
Den Einstieg in das Programm bildeten zwei Impulsvorträge. Philip Herzer vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. griff in seinem Beitrag „Die Jugend von heute, die Fachkräfte von morgen“ die Erwartungen, Perspektiven und Entscheidungswege junger Menschen auf – ebenso wie die Frage, wie Arbeitsbedingungen, Kommunikation und Entwicklungsmöglichkeiten gestaltet werden müssen, um die kommende Generation für Gesundheitsberufe zu gewinnen.
Prof. Dr. Manfred Borutta, Professor für Gerontologie an der KATHO und Studiengangsleiter des Masterstudiengangs Kooperationsmanagement, nahm anschließend die Rolle von Führungskräften in den Blick: Welche Verantwortung tragen sie für eine gute Ausbildung, für die Gewinnung neuer Fachkräfte und für deren Weiterentwicklung? Dabei wurde Fachkräftesicherung als Führungsaufgabe verstanden, die weit über einzelne Einrichtungen hinausreicht und die Gesundheitswirtschaft insgesamt betrifft.
In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es um Recruiting-Strategien und Erfahrungen aus der Praxis. Dr. Simon Dietz von der GfPS mbH, Rebecca Müller von der Uniklinik RWTH Aachen und Manuela Garbrecht von St. Gereon Seniorendienste gGmbH diskutierten darüber, wie Fachkräfte heute angesprochen, gewonnen und langfristig gebunden werden können. Unterschiedliche Perspektiven aus Versorgung, Personalgewinnung und Organisationspraxis machten sichtbar, wie vielfältig die Herausforderungen sind – und wie wichtig passgenaue Lösungen für verschiedene Einrichtungen und Zielgruppen bleiben.
Nach der Pause wurden zentrale Themen der Fachkräftesicherung in vier Workshops weiter vertieft. Sabine Beekhuisvom Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit gGmbH zeigte im Workshop „BEEP macht Pflege stark: Empowerment durch neue Befugnisse“, wie neue Verantwortungsbereiche und mehr Handlungsspielräume zur Stärkung der Pflege beitragen können.
Philip Herzer ging in seinem Workshop der Frage nach, wie sich junge Menschen für oder gegen einen Beruf entscheiden – aus Sicht und Erfahrung eines Arbeitspsychologen. Dabei ging es um Entscheidungswege, Erwartungen und die Frage, wie Arbeitgeber junge Menschen besser erreichen können.
Im Workshop „Wertschätzung allein hält niemanden – was Mitarbeitende wirklich bindet“ brachte Mike Kaiser, Gründer und Geschäftsführer der LUCI GmbH sowie Co-Gründer des Seniorenpflegeheims Aurelius-Hof Mainhausen, seine Erfahrungen aus Unternehmertum und Pflegepraxis ein. Im Mittelpunkt standen konkrete Faktoren, die Mitarbeitende langfristig binden – über Anerkennung allein hinaus.
Svenja Engels und Judith Steinfeld von der Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen widmeten sich im Workshop „Willkommen und will bleiben – Integration internationaler Fachkräfte“ der Frage, wie internationale Fachkräfte gut ankommen, begleitet werden und langfristig in der Region bleiben können. Dabei wurden praktische Erfahrungen, Herausforderungen und Ansätze für eine gelingende Integration aufgegriffen.
Zum Abschluss wurden die Eindrücke aus den Workshops zusammengeführt und zentrale Ergebnisse des Nachmittags eingeordnet. Fachkräftesicherung zeigte sich dabei als Thema mit vielen Ebenen: gute Ausbildung, starke Führung, gezieltes Recruiting, attraktive Arbeitsbedingungen, echte Bindung, internationale Perspektiven und die Bereitschaft, neue Wege in der Gesundheitswirtschaft zu gehen.
So entstand ein Nachmittag mit praxisnahen Einblicken, offenen Gesprächen und konkreten Ansätzen für die Zukunft der Gesundheitsberufe in der Region Aachen. Care for Sustainable Innovation setzt genau hier an: Das Projekt bringt Menschen und Organisationen aus Gesundheitswirtschaft, Wissenschaft, Versorgung, Bildung und weiteren Bereichen zusammen, stärkt die Vernetzung in der Region und unterstützt dabei, gute Ideen und Erfahrungen weiterzutragen.
Wir freuen uns auf weitere Impulse, neue Perspektiven und den fortlaufenden Austausch mit allen, die die Gesundheitswirtschaft in der Region mitgestalten möchten – auch bei den kommenden Veranstaltungen im Rahmen von Care for Sustainable Innovation.
Care for Sustainable Innovation ist ein Projekt der Partner: Region Aachen Zweckverband (RAZV), Stadt Aachen, StädteRegion Aachen, WFG für den Kreis Heinsberg, Uniklinik RWTH Aachen, RWTH Aachen University, digitalHUB Aachen e.V., MA&T Organisationsentwicklung, MedLife e.V. und AGIT MBH.
Das Projekt wird realisiert mit finanzieller Unterstützung des Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW und der Europäischen Union (EFRE/JTF).
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Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, Wirtschaftsförderung Aachen