Entlastung in der ambulanten Pflege durch passives IoT- Aktivitätsmonitoring
Herausforderung/Potenzial der Gesundheitsbranche
Die Sorge um alleinlebende Angehörige im Alter ist für Familien eine enorme emotionale Belastung. Da der ambulante Pflegedienst aufgrund des Fachkräftemangels und eng getakteter Tourenpläne keine Rund-um-die-Uhr-Präsenz leisten kann, bleibt bei den Familien außerhalb der vereinbarten Pflegezeiten oft ein Gefühl der Unsicherheit zurück. Geht das Telefonat ins Leere, führt das bei Angehörigen schnell zu digitalem Stress oder panischen Kontrollfahrten.
Dabei ist der Wunsch fast aller Seniorinnen und Senioren eindeutig: Sie möchten so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen („Aging in Place“). Die Aufrechterhaltung dieser Selbstständigkeit scheitert im Alltag jedoch oft an der fehlenden, niederschwelligen Absicherung für die langen Phasen zwischen den Pflegeeinsätzen.
Hier liegt ein riesiges Potenzial für eine synergetische Zusammenarbeit: Wenn wir Angehörigen ein Werkzeug an die Hand geben, das diese Unsicherheit im Hintergrund auffängt, entlasten wir die Schnittstelle zwischen Familie und Pflege. Ambulante Dienste gewinnen einen starken Baustein für die digitale Angehörigenarbeit, während über passive Sensorik ein unsichtbares Sicherheitsnetz entsteht – ohne den Alltag der Senioren durch invasive Kameras oder störende Wearables zu beeinträchtigen.
Die Lösungsidee von Guten Morgen Oma
„Guten Morgen Oma“ ist ein intelligentes, passives Assistenzsystem, das die Sicherheit von alleinlebenden Seniorinnen und Senioren im Alltag unterstüzt – ganz ohne Kameras oder Wearables. Das System nutzt einfache, smarte Zwischenstecker (z. B. an der Kaffeemaschine, dem Wasserkocher oder dem Fernseher), um die täglichen Routinen der Nutzer anonymisiert zu erfassen. Das System kann um weitere Sensoren erweitert werden. Bleibt eine gewohnte Aktivität am Morgen aus (z. B. wird der Wasserkocher für den Tee nicht wie gewohnt bis 9:00 Uhr eingeschaltet), informiert das System Familie und Pflegedienst. So wissen Angehörige sofort, ob alles in Ordnung ist. Für die ambulante Pflege bietet dies ein digitales Sicherheitsnetz, das kritische Situationen frühzeitig erkennbar macht und die Kommunikation mit den Familien massiv vereinfacht.
Zielgruppe: In erster Linie pflegende Angehörige, die sich nach verlässlicher Gewissheit im Alltag sehnen, sowie zukunftsorientierte ambulante Pflegedienste, die ihren Klienten ein innovatives Sicherheits-Plus für das „Aging in Place“ bieten möchten.
Funktionsweise: Die technische Basis bildet ein schlankes, datenschutzkonformes IoT-System. Smarte Stecker messen völlig anonymisiert den Stromverbrauch alltäglicher Geräte wie der Kaffeemaschine oder dem Fernseher. Unser System verarbeitet diese Daten und erkennt Abweichungen von der Routine. Es erfolgt kein Tracking per Kamera oder Wearables, was eine hohe Akzeptanz bei den Senioren sichert und ihre Selbstständigkeit im Alltag respektiert. Das System ist modular und innerhalb weniger Minuten einsatzbereit. Für die Hardware nutzen wir „Off the shelf“ Produkte die schon heute eingekauft werden können.
Beitrag zur Digitalisierung: Wir überführen das komplexe Konzept des „Ambient Assisted Living“ (AAL) in eine bezahlbare, massentaugliche und schlanke SaaS-Lösung, die ohne technische Hürden direkt von den Familien implementiert werden kann.
Mehrwert: Das System gibt Angehörigen die Gewissheit, dass alles in Ordnung ist, noch bevor Unsicherheit entsteht. Das entlastet die Psyche der Familien, verhindert unnötige private Kontrollfahrten und ermöglicht es älteren Menschen, deutlich länger und sicherer in der gewohnten Umgebung zu leben – ein wertvoller, präventiver Beitrag zur Stabilisierung der häuslichen Pflege.
Gesuchte Partner
Für eine erfolgreiche Innovationspartnerschaft auf Augenhöhe wünschen wir uns von einem ambulanten Pflegedienst vor allem drei konkrete, zeiteffiziente Beiträge:
- Praxis-Feedback (ca. 2–3 Gespräche): Euren echten Einblick in den Tourenalltag. Wir wollen verstehen, wo genau im Tagesablauf Informationslücken bezüglich alleinlebender Klienten entstehen und wie Benachrichtigungen nahtlos integriert werden können.
- Co-Creation der Oberfläche: Kritisches Sparring für unser Dashboard und die App. Ihr helft uns zu definieren, welche Status-Infos das Pflegepersonal im Ernstfall wirklich auf einen Blick braucht – ohne zusätzliche Bürokratie.
- Brücke zu Test-Haushalten: Den Kontakt zu 3–5 alleinlebenden Klienten und deren Angehörigen, die unser System im Rahmen eines kostenfreien, begleiteten Pilotprojekts als First Mover im Alltag ausprobieren möchten.
Was ihr nicht braucht: Finanzielle Investitionen oder IT-Kenntnisse.Ihr bringt die Pflege-Expertise ein, wir bauen die schlanke Technik.